Checkliste für Ihre Reiseapotheke

Bei der Zusammenstellung bitte berücksichtigen

  • das Alter der Reisenden
  • das Reiseziel
  • die Reisedauer
  • die Unterbringung am Urlaubsort und
  • die geplanten Aktivitäten

 

 

Achtung, nicht vergessen!

Medikamente, die Sie auch zu Hause ständig einnehmen, sollten in ausreichender Menge eingepackt werden. Bei Reisen in andere Zeitzonen ist gegebenenfalls ein anderer Einnahmerhythmus zu beachten. Das gilt im Übrigen auch für orale Kontrazeptiva ("die Pille"). Bitte denken Sie auch an entsprechende Hilfsmittel, die Sie täglich im Gebrauch haben (Messgeräte (Blutdruck, Blutzucker u.a.), Tablettenteiler, Insulinpens, Insulinspritzen, Kanülen, Kontaktlinsen und Pflegemittel usw.)

 

Grundausstattung

Diverse Hilfsmittel gehören zur Grundausstatung 

  • Schere (Haut/Nagel)
  • Pinzette
  • Nagelfeile
  • Fieberthermometer
  • Sicherheitsnadel, Skalpell 

Des Weiteren sollten folgende Verbandmittel nicht fehlen

  • Heftpflaster
  • Wundauflagen(Kompressen)
  • Elastische Mullbinden
  • Kompressionsbinden und Verbandsklammern
  • Heiß-, Kaltkompresse bzw. Eisspray

 

 

Vorbeugende Maßnahmen

Eine Reiseapotheke sollte Ihnen auch die Möglichkeit geben, gegen so manches Ungemach vorzubeugen, damit die schönsten Tage des Jahres auch in vollen Zügen genossen werden können.

  • Reisekrankheit (sog. Kinetosen)
    Bei vielen Menschen führen längere Autofahrten, Schiffs- oder Flugreisen zu Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Gehören Sie auch zu dieser Personengruppe, sollten Sie sich ein geeignetes Präparat aus Ihrer Apotheke besorgen, damit Sie Ihre Reise von Beginn an genießen können.
  • Thrombosen
    Langes Sitzen im Auto, Bus oder besonders im Flugzeug kann die Entstehung einer Thrombose begünstigen. Vor allem bei Personen, die bekanntermaßen schon in der Vergangenheit mit Schmerzen und Schwellungen in den Beinen auf derartige Belastungen reagiert haben. Das Tragen von Stütz- bzw. Kompressionsstrümpfen und ausreichend Bewegung schaffen hier Abhilfe. Gerade im Flugzeug ist es aufgrund der herrschenden Enge, der veränderten Druckverhältnisse und der klimatisierten Flugkabinen unerlässlich zumindest jede Stunde einmal aufzustehen, um die Blutzirkulation anzukurbeln. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass im Schnitt pro Stunde mindestens 100ml getrunken wird, wobei alkoholische Getränke abzulehnen sind.
  • Sonnenschutzmittel
    müssen auf Hauttyp und Sonnenintensität abgestimmt sein. Doch sollten Sie nicht nur Ihre Haut vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen. Die Mitnahme einer Kopfbedeckung ist anzuraten. Ihre Sonnenbrille gehört griffbereit ins Handgepäck. Zu beachten ist, dass eine Herpes labialis Infektion ("Lippenbläschen") durch Einwirkung von UV-Licht wieder zum Ausbruch kommen kann.
  • Insektenschutzmittel (sog. Repellents)
    Besondere Anforderungen müssen diese Mittel erfüllen, wenn Ihr Reiseziel in einem zecken- oder malariagefährdeten Gebiet liegt.
    Bitte vergessen Sie nicht den Insektenschutz in regelmäßigen Abständen zu erneuern (alle 3-5 Stunden).
    Geeignete Kleidung (hell, lang), Strümpfe und festes Schuhwerk tragen ebenfalls dazu bei, das Stichrisiko zu verringern.
  • Mittel zur Trinkwasserdesinfektion
    Selbst das Wasser aus öffentlichen Wassserleitungen wird von Europäern in vielen Ländern nicht vertragen. Schon das Anfeuchten der Zahnbürste kann zu heftigen Darminfektionen und Durchfällen führen.
    Steht kein Mineralwasser zur Verfügung sollte man das Wasser vor Verwendung abkochen oder desinfizieren. Ist das nicht möglich oder hat man darauf keinen Einfluss, sollte man in diesen Ländern folgenden Grundsatz beherzigen:
    Boil it, peel it, cook it or forget it!
    Das heißt Fleisch, Fisch und Meerestiere nur "gut durch" bestellen, kein ungeschältes Obst verzehren, unpasteurisierte Milch ablehnen und Eiswürfel, offenes Speiseeis, Pudding- und Cremespeisen meiden
  • Ohrenschmerzen, -entzündungen
    Wind und Wasser an Strand und im Gebirge sind meist verursachend.
    Empfindliche Personen sollten sich deshalb mit speziellen Ohrenstöpseln schützen.
    Druckbedingte Ohrenschmerzen können erkältete Flugreisende bei Start und/oder Landung verspüren. Hier kann ein Versuch mit abschwellend wirkenden Nasensprays unternommen werden.
  • Vorbeugung von schmerzhaften Fußblasen
    Nackter Fuß in ungeeignetem Schuhwerk (ungewohnte, neue Schuhe, Sandalen oder Badeschuhe), das gilt es zu vermeiden. Hirschtalgstifte und andere geeignete Hautcremes machen die Fußhaut geschmeidig und elastisch und beugen auf diese Weise schmerzhaften Ereignissen vor.
  • Verhütungsmittel ("Pille", Kondome, u.a.)
    Kondome schützen nicht nur vor Hepatitis, AIDS und Geschlechtskrankheiten, sondern auch vor ungewollter Schwangerschaft. Vor allem dann, wenn die gewohnten empfängnisverhütenden Maßnahmen der Partnerin durch Ausbruch einer Durchfallerkrankung oder Einnahme eines Antibiotika in ihrer Zuverlässigkeit beeinträchtigt werden.

 

Blutende Wunden und Verletzungen

Die Gefahr einer Wundinfektion sollte man selbst bei kleinen Schnitt- und Schürfwunden und Insektenstichen nicht unterschätzen. Deshalb sollte man entstandene Blasen keinesfalls aufstechen. Starke Rötung, eine Schwellung und Eiterbildung sind Hinweise dafür, dass eine Wunde infiziert ist.

Das gilt es durch Anwendung eines Wunddesinfektionsmittels zu vermeiden (z.B. Octenisept ®). Der Wundverschluss kann beschleunigt werden, indem man im Anschluss an die Wunddesinfektion eine geeignete Wund- und Heilsalbe aufträgt. Das bekannteste Präparat aus dieser Gruppe ist momentan sicherlich Bepanthen ®. Bitte fragen Sie aber nach preisgünstigeren Alternativen.

 

Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen

Nicht nur Aktivurlauber sollten für diesen Fall gerüstet sein. Die Sofortmaßnahmen lassen sich passend mit dem Wort PECH zusammenfassen. P wie Pause (Ende der Belastung), E wie Eis (Kühlung der betroffenen Stelle), C wie Compression, H wie hoch lagern. Im Anschluss an diese Sofortmaßnahmen sind abschwellend wirkende, entzündungshemmende Cremes aufzutragen, die auch in feucht-heißer Luft gut in die Haut einziehen und durch Zusatz von Kampfer und/oder ätherischen Ölen einen kühlenden Effekt aufweisen. 

 

Allergische Hauterscheinungen

Insektenstiche, Sonnenbrand, Quallenkontakt.

Eine juckreizstillende, kühlende Creme schafft hier Abhilfe (z.B. Systral®). Bei starken Beschwerden ist eine Einnahme von antiallergisch wirkenden Tabletten in Betracht zu ziehen (z.B. Zyrtec®). Bei Insektenstichen sorgen Kühlkompressen für rasche Linderung. Ein altes Hausmittel bei Sonnenbrand ist das Auftragen von Joghurt

 

Sonnenstich

Lokale Sonneneinwirkung auf den ungeschützten Kopf führt zu Reizerscheinungen der Hirnhäute. Anzeichen eines Sonnenstichs, die oft erst mit zeitlicher Verzögerung auftreten, sind heftige Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit aber auch Schwindel und Übelkeit. In diesem Fall sollten folgende Sofortmaßnahmen ergriffen werden: Abgedunkelte Räumlichkeiten aufsuchen, flach hinlegen und trinken, trinken, trinken. Den Kopf in kalte, feuchte Tücher einwickeln. Gegebenenfalls sind kreislaufstabilisierende Mittel sinnvoll. Bitte konsultieren Sie einen Arzt!

 

Verbrennungen und Verbrühungen

Als Sofortmaßnahme eignet sich, die betroffenen Stellen unter einen Wasserhahn zu halten und darauf zu achten, dass das Leitungswasser eine Temperatur von 15-20 °C aufweist. Diese Kaltwasserbehandlung sollte maximal 10-15 Minuten durchgeführt werden und sorgt für einen unbestritten schmerzstillenden Effekt. Gleichzeitig sollte der Betroffene ausreichend trinken. Im Anschluss an die Kaltwasserbehandlung kann man versuchen, evtl. vorhandene Kleidung zu entfernen und die Brandwunde mit sterilem, sekretaufnehmendem Material, das nicht mit der Wunde verklebt, abzudecken. Keinesfalls dürfen Sie cortisonhaltige Zubereitungen auf eine Brandwunde aufbringen (z.B. Ebenol®).
Den getroffenen Sofortmaßnahmen sollte sich unbedingt eine ärztliche Weiterbehandlung anschließen.

 

Kopf-, Zahn-, Gelenkschmerzen, Menstruationsbeschwerden

Präparate mit dem Wirkstoff Ibuprofen sind geeignet, um die angesprochenen Beschwerden bei Kindern über 14 Jahren und Erwachsenen wirksam zu lindern. Die tägliche Dosis sollte 1200mg nicht übersteigen. Paracetamol-haltige Arzneimittel sind wirksame Alternativen für Kinder unter 14 Jahren.

 

Fieber

Fieber ist eine Abwehrreaktion unseres Körpers. Der Fieberverlauf kann einem Arzt entscheidende Hinweise bei der Diagnose liefern. Deshalb sollte allenfalls leichtes Fieber auf eigene Faust therapiert werden.

Ein Arzt ist spätestens dann aufzusuchen, wenn

  • Fieber über 38,5 °C steigt
  • Ursache unbestimmt ist
  • untypische Begleitsymptome auftreten

 

Durchfall

Durchfall ist die häufigste Reiseerkrankung. Mehr als die Hälfte der Reisenden bekommen Durchfall. Im günstigsten Fall ist die Umstellung auf ungewohnte Nahrungsmittel und Getränke ursächlich.

Vorbeugende Maßnahme wie oben besprochen sind wichtig, können aber das Risiko einer Durchfallerkrankung nicht gänzlich reduzieren.

Deshalb darf ein adäquates Mittel in keiner Reiseapotheke fehlen.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle rezeptfrei in der Apotheke zu bekommenden Mittel auch für Kinder geeignet sind.

Unerlässlich ist, dass die bei Durchfällen verloren gehende Flüssigkeit ersetzt wird. Hierzu eignen sich insbesondere Elektrolytpräparate, die nach Empfehlungen der WHO zusammengesetzt sind.

Durchfall kann aber auch parasitär, bakteriell oder viral verursacht werden.

Sollten die getroffenen Maßnahmen deshalb innerhalb von 48 Stunden nicht zum Erfolg führen oder kommt es zu blutigen oder schleimigen Stühlen bzw. tritt Fieber mit Temperaturen über 38,5 °C auf, ist unverzüglich ein Arzt zu konsultieren.

 

Verdauungsbeschwerden

Um bei Auftreten von Krämpfen und Koliken z.B. der ableitenden Harnwege, im Gallensystem oder im Magen-Darm-Trakt eine schnelle Linderung zu erfahren, sind krampflösende Mittel wie z.B. Buscopan® angezeigt. In jedem Fall muss man die Ursache anschließend abklären lassen.

 

Individuell muß jeder für sich entscheiden, ob

es erforderlich scheint, auf folgende Gesundheitsprobleme vorbereitet zu sein

  • Augenentzündungen
    Klimawechsel, Wind, Kälte, Sand und veränderte Luftdruckverhältnisse können nichtbakterielle Bindehautentzündungen verursachen. Ist man diesbezüglich bekanntermaßen anfällig, sollte man ein geeignetes Präparat mitnehmen.
  • Lippenbläschen
    90% der Bevölkerung werden in den ersten fünf Lebensjahren chronisch mit dem Herpesvirus infiziert. Diese Viren können durch intensive Sonneneinstrahlung, Infektionskrankheiten oder bei allgemein geschwächter Abwehrlage aktiviert werden. Juckreiz, Spannungsgefühl, ein wahrnehmbares Brennen und Schmerzen sind erste Anzeichen dafür. Wird rechtzeitig durch Auftragen entsprechender Lippencremes reagiert, lässt sich oftmals die Entstehung der Lippenbläschen verhindern.
  • Ohrenschmerzen, -entzündungen
    Wer sich am Strand oder im Gebirge Wind und Wasser aussetzt erhöht das Risiko diesbezüglich Probleme zu bekommen. Schmerzstillende, entzündungshemmende Ohrentropfen sollten dann in der Reiseapotheke vorhanden sein, um leichtere, nichtfiebrige Beschwerden zum Abklingen zu bringen.
  • Erkältungssymptome
    Häufiger Wechsel von heißem Außenklima in kühl klimatisierte Räume, Busse oder Autos, starker Zug bei schweißnasser Haut, aber auch Temperaturschwankungen können die Urlaubsfreuden durch eine aufziehende Erkältung mit Kopf-, Gliederschmerzen, Halsweh, Husten und Schnupfen schmälern.
  • Blasenentzündung
    Häufigste Ursache während des Urlaubes ist eine Unterkühlung, verursacht durch zu späten Wechsel der nassen Badekleidung. Allenfalls leichte Verlaufsformen ohne Fieber sollten in Eigenregie therapiert werden.
  • Fußpilz
    Poolanlagen, Campingplätze und alle gemeinschaftlich genutzten Flächen, die ein feuchtes Milieu bieten, sind potentielle Infektionsquellen. Das Tragen von Badeschuhen ist eine effektive vorbeugende Maßnahme. Dadurch wird der direkte Hautkontakt vermieden und das Risiko von Verletzungen und Hautrissen, die von den Pilzen als Eintrittspforten genutzt werden, vermindert. Zusätzlich sollte man die Zehenzwischenräme immer gründlich abtrocknen. Zeigen sich dennoch erste Anzeichen eines Pilzbefalls (Juckreiz, meist mit einer Hautrötung einhergehend) ist es ratsam frühzeitig ein pilzhemmendes Mittel einzusetzen.
  • Hämorrhoiden
    Längere Fahrten im Auto oder Bus mit Kunststoffsitzen oder das Sitzen auf kalten Böden, Steinen oder Bänken können Hämorrhoidenbeschwerden hervorrufen. Ist man in diesem Punkt von Hause aus vorbelastet, ist eine entsprechende Salbe der Reiseapotheke hinzuzufügen.
  • Verstopfung
    Ungewohnte Örtlichkeiten, veränderte Ernährungsgewohnheiten, mangelnde hygienische Gegebenheiten und oftmals auch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr sorgen dafür, dass tagelang kein Stuhlgang erfolgt. Der Spaß an Exkursionen, aber vor allem am Essen läßt deutlich nach. Dauert dieser Zustand länger als drei Tage an, sind zur Vermeidung von gesundheitlichen Folgen entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
  • Schlafstörungen
    Klimawechsel, Zeitverschiebung, Lärm und ungewohnte Matratzen können zu Problemen führen. Neben zuverlässigen Lärmschutzstöpseln kann man für einen begrenzten Zeitraum auch zu einem kurz wirkenden Schlafmittel greifen.
  • Kreislauftropfen
    Große Hitze, drückendes, tropisches Klima, ungewohnte körperliche Belastung und niedriger Blutdruck können zu instabilen Kreislaufzuständen führen.
  • Multivitaminpräparate
    Insbesondere auf Urlaubsreisen in tropische Gebiete und Entwicklungsländer, wo die Ernährungssituation nicht immer befriedigend ist sowie bei einseitiger Ernährung sollte man Mangelzuständen durch Mitnahme eines qualitativ hochwertigen Präparates vorbeugen.

 

 

 

Was nicht passieren sollte

  • Täglich einzunehmende Medikamente befinden sich gut verstaut im Kofferraum des Autos oder im Gepäckraum des Flugzeuges
  • Insulin und Zäpfchen sind zwar eingepackt, nicht aber die notwendige Kühltasche
  • Die sorgfältig zusammengestellte Reiseapotheke wird direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt
  • Kinder haben leichten Zugang zur Reiseapotheke

 

 

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